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28.08.2025

Grundsteuer B: Die aktuellen Hebesätze in NRW

Nachdem die Kommunen in den vergangenen Jahren ihre Hebesätze bei der Grundsteuer B kräftig angehoben haben, lassen sie es 2025 ruhiger angehen. Das meldet der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (BdSt NRW), nachdem er die aktuellen Zahlen erhoben hat.

Schon 2022 und 2023 hätten jeweils mehr als 100 Kommunen ihre Grundsteuer B-Hebesätze erhöht. "Wir haben bereits damals gesagt, dass diese Steuererhöhungen mit Blick auf die Grundsteuerreform und auf die Kommunalwahl 2025 quasi, auf Vorrat» beschlossen wurden. Genau das bestätigt sich nun", so Rik Steinheuer, Vorsitzender des BdSt NRW.

Bis zum 30.06.2025 hätten die Kommunen die Hebesätze für das laufende Jahr nochmals anpassen können. Durch die Grundsteuerreform und die Möglichkeit zur Differenzierung der Hebesätze in Wohngrundstücke und Nicht-Wohngrundstücke müssten die Hebesätze nun zweigeteilt betrachtet werden.

Die Auswertung der Hebesätze der Grundsteuer B für alle 396 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen zeige, dass sich die Kommunen in diesem Jahr mit Steuererhöhungen zurückhalten. Dieser Eindruck darf laut BdSt aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die großen Steuererhöhungswellen zwei bis drei Jahre zurückliegen. 2024 sei erstmals die "Schallmauer" von 1.000 Prozentpunkten durchbrochen worden. Der Durchschnitt der Hebesätze sei von 594 auf 614 Prozentpunkte gestiegen. "Das ist der höchste Schnitt aller Flächenländer bundesweit. Man muss es sich leisten können, in Nordrhein-Westfalen zu wohnen", kritisiert Steinheuer.

Gemessen am Jahresbeginn seien die Hebesätze zum 30.06.2025 NRW-weit im Wesentlichen unverändert geblieben, so der BdSt NRW weiter. Mit Lindlar habe nur eine Kommune nachträglich von der Möglichkeit der Differenzierung Gebrauch gemacht. Somit nutzten 120 Kommunen in Nordrhein-Westfalen diese Möglichkeit, während 276 Städte und Gemeinden weiter auf einen einheitlichen Hebesatz setzten. Lediglich eine Stadt habe ihre Hebesätze rückwirkend erhöht: In Werdohl seien die Sätze um 43 Prozentpunkte bei Wohngrundstücken sowie 86 Punkte bei Nicht-Wohngrundstücken gestiegen. In Verl dagegen, der Stadt mit dem niedrigsten Hebesatz für Wohngrundstücke in Nordrhein-Westfalen, sei der einheitliche Hebesatz nachträglich um 30 Punkte auf 208 gesenkt worden.

"Im Kommunalwahljahr ist offenbar der Wille zur Zurückhaltung größer – das darf aber keine Eintagsfliege bleiben", so Steinheuer. "Wir fordern die Stadt- und Gemeinderäte, die im September neu gewählt werden, auf, die Hebesätze auch im kommenden Jahr stabil zu halten". Sie dürfen ihre Bürger bei den Wohnkosten nicht noch weiter belasten.

Durch die Grundsteuerreform sei der Blick auf die Hebesätze nur ein Teil vom Ganzen, fährt der BdSt fort. Da sich die Grundsteuermessbeträge verändert hätten, spiegele der Hebesatz allein nicht die individuell veränderten Belastungen wider. "Das Steueraufkommen zeigt, dass viele Kommunen die versprochene Aufkommensneutralität einhalten – sie nehmen also insgesamt nicht mehr Geld über die Grundsteuer B ein als vor der Reform. Das allerdings bezogen auf das Aufkommen, das nach den Steuererhöhungswellen bereits erhöht war", erklärt Steinheuer kritisch.

Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen e.V., PM vom 11.08.2025